Aktivitäten Jellinek-Dialoge

Die Jellinek-Dialoge laden dazu ein, Fragen zur Ethik in der wissenschaftlichen Praxis und Professionalität interdisziplinär zu diskutieren. Kurzimpulse eröffnen den Dialog über Methoden, Forschungspraxis und professionelle Verantwortung.

Die Jellinek-Dialoge zu Professionsethiken sind eine regelmäßige, öffentliche Diskussionsveranstaltung. Zu jedem Termin geben zwei Vertreter:innen unterschiedlicher Fachrichtungen kurze Impulse zu einem gemeinsamen Thema und kommen miteinander und dem Publikum ins Gespräch. Dabei werden Aspekte der Forschung und die professionellen Rollen kritisch beleuchtet. Ziel ist ein offener Dialog über Herausforderungen und Chancen ethischer Reflexion. 

Mehrere Tür-Zargen hintereinander in einer Flucht

Wie viel Ethik steckt in den Wissenschaften?

Die Jellinek-Dialoge erkunden die Vielfalt ethischer Frage in den Wissenschaften. Der Fokus liegt dabei auf der ethischen Reflexion der wissenschaftlichen Berufe, allen voran der Forschung. Denn Ethik in den Wissenschaften geht über die Arbeit mit Ethikkommissionen hinaus.

Fachgesellschaften formulieren Normen für gute wissenschaftliche Praxis und nehmen zu politischen Fragen Stellung; Wissenschaftler:innen beraten Politik, sitzen in Talkshows und protestieren; in Lehrveranstaltungen und Laboren wird über internationale Kooperationen, militärisch nutzbare Forschung, Machtgefälle, Karrierechancen, partizipative Methoden und Nachhaltigkeit diskutiert. In sehr unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen werden ethische Themen reflektiert. Doch welche Themen sind das jeweils? Welche Fragen werden verhandelt und wo werden Leerstellen im eigenen Fach gesehen? Die Perspektivenvielfalt auf konkrete ethische Themenzusammenhänge aus dem Feld der Professionsethik wird in den Jellinek-Dialogen in interdisziplinären Gesprächen erkundet. 

Der nächste Jellinek-Dialog

„Hört auf zu moralisieren!“ – Moralregulation als professionsethische Aufgabe

mit Ekkehard Felder (Germanistik) und Thorsten Moos (Systematische Theologie)

11. Juni, 18:00 Uhr c.t.
Atrium des Heidelberg Center for American Studies (HCA), Hauptstraße 120
Die Vorträge werden in deutscher Sprache gehalten.

Viele Berufe haben es verstärkt mit Moral zu tun. Menschen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Zivilgesellschaft sehen sich selbst unter moralischen Ansprüchen und stellen andere unter solche. Theolog:innen wird die „Moralpredigt“ geradezu zugeschrieben. Unter dem Stichwort „Moralisierung“ werden die Beziehungen und Grenzen zwischen Moral und anderen gesellschaftlichen Bereichen immer wieder neu verhandelt. Dabei ist der Vorwurf, hier moralisiere jemand, oftmals selbst wieder eine sehr moralische Aussage. Ausgehend von Impulsen von Ekkehard Felder (Linguistik) und Thorsten Moos (Theologie/ Ethik) wird reflektiert, wie unterschiedliche Disziplinen und Berufe ihr Verhältnis zur Moral regulieren und welche Instrumente dafür sinnvoll sind. 

Links

Pressemitteilung

Pressemitteilung zur Ankündigung des Dialogs im Newsroom der Universität

Archiv

Ko-Produktive Forschung mit vulnerablen Gruppen (Januar 2026)

Tabea Bork-Hüffer (Humangeographie) und Eva Winkler (Onkologie)
am 19. Januar, 16:00 Uhr, Hörsaal, Historisches Seminar, Grabengasse 3–5

Conflicts of Power in Research (Mai 2026)

Belina von Krosigk (Teilchenphysik) und Kathia Serrano Velarde (Soziologie)
19. Mai, 18:00 Uhr, c.t., „Goldbox“ (Im Neuenheimer Feld 226)