Aktivitäten Seedfunding

Seedfunding für interdiziplinäre Forschungsprojekte zu ethischen und normativitätsbezogenen Fragestellungen an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Das Seedfunding-Programm wird ausgerichtet vom Jellinek-Zentrum für Ethik der Universität Heidelberg und dient dessen thematischer Schwerpunktbildung. Es unterstützt innovative Forschungsansätze in ethisch relevanten Bereichen, die das Potenzial haben, zu größeren Forschungsinitiativen und langfristigen Kooperationen an der Universität Heidelberg entwickelt zu werden. Es richtet sich an alle Disziplinen der Universität, insofern sie mit normativen Auseinandersetzungen, ethischen Fragestellungen oder relevanten Anwendungsbereichen befasst sind.

Junge Pflanzentriebe

Laufende Seedprojekte

In der ersten Runde des Seedfundings fördert das Jellinek-Zentrum für den Zeitraum bis zum 31.12.2026 drei interdisziplinäre Workshops zur thematischen Exploration und Fokussierung eines Forschungsthemas und zwei interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Vorbereitung eines Drittmittelantrags. Die Ausschreibung erfolgte im August 2025. Zu den zwanzig Bewerbungen wurden jeweils zwei Gutachten eingeholt, welche die Projekte u.a. nach Interdisziplinarität, ethischer Relevanz und Innovation bewerteten. Insgesamt wird in dieser Runde mit ca. 90.000 € gefördert.

Projekte

Ethische Herausforderungen im Umgang mit Spätaborten

Wie können Ärzt*innen bei Spätaborten ethisch fundiert und rechtssicher entscheiden? Wie kann man ethisch reflektiert mit dem moralischen Belastungserleben im interprofessionellen Team umgehen? Das interdisziplinäre Projekt entwickelt erstmals systematische Handlungsempfehlungen für die klinische Entscheidungsfindung und Praxis in Deutschland.

Hintergrund Seedfunding

Im Rahmen des Seedfundings des Jellinek-Zentrums für Ethik werden interdisziplinäre Forschungsprojekte gefördert, die innovative Ansätze zu ethischen und verantwortungsbezogenen Fragestellungen entwickeln und dabei sowohl die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen und/oder Fakultäten stärken als auch das Potenzial für Anschlussförderungen und größere Drittmittelprojekte aufweisen, um so zur Positionierung der Universität Heidelberg als Zentrum für Ethikforschung beitragen.

Das Seedfunding richtet sich an promovierte Wissenschaftler*innen aller Karrierestufen der Universität Heidelberg. Anträge können sowohl von Einzelpersonen als auch von Teams eingereicht werden. 

In der ersten Runde wurden zwei Formate gefördert: (A) Interdisziplinäre Workshops zur thematischen Exploration und Fokussierung eines Forschungsthemas und (B) interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Vorbereitung eines Drittmittelantrags. Dabei musste sich jedes Projekt in der Bewerbung einer von drei thematischen Förderlinien zuordnen:

  1. Analyse ethischer Herausforderungen und normativer Konflikte
    Der aktuelle gesellschaftliche Wandel geht mit sich verschärfenden normativen Konflikten einher, die nahezu jeden Aspekt des gesellschaftlichen Lebens durchdringen: Politik, Wirtschaft, Rechtswissenschaft, Technologie, Pflege und Medizin, Bildung und Wissenschaft, aber auch Kunst, interpersonale Beziehungen und die Beziehungen zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem. Gefördert werden interdisziplinäre Projekte zu aktuellen normativen Konflikten und ethischen Herausforderungen.
  2. Professionalisierung der Ethik in den Wissenschaften 
    Akademische Disziplinen und Berufe sind von Normen und Werten geprägt. Das Funktionieren der Forschung hängt von diesen Orientierungen ab, ebenso wie das öffentliche Vertrauen in die Wissenschaft. Daher ist es notwendig, verantwortungsvolle Praktiken und ethische Selbstreflexion in der akademischen Professionalität zu entwickeln und zu fördern. Gefördert werden Projekte, die analysieren, wie sich professionelle Standards und ethisches Bewusstsein in wissenschaftlichen und anderen Berufsgemeinschaften entwickeln.
  3. Gestaltung ethischer Rahmenbedingungen für Institutionen
    Von akademischen Institutionen wird zunehmend erwartet, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu übernehmen. Dies erfordert Formen und Institutionen, die Partizipation, ethische Beratung und akademische Freiheit fördern. Gefördert  werden Projekte, die die Entwicklung von und die Forschung zu Strukturen und Formaten der Verantwortung in Wissenschaft und Gesellschaft zum Ziel haben.

Ein Auswahlkommittee wählte auf Grundlage zweier Gutachten Projekte aus. Die Gutachten bewerteten die Projekte u.a. nach Interdisziplinarität, Innovation, ethischer Relevanz, aber auch Stärkung der Universität Heidelberg als Forschungsstandort für Ethik. Die endgültige Entscheidung zur Förderung erfolgte durch das geschäftsführende Direktorium des Jellinek-Zentrums im Einvernehmen mit dem Rektorat.