Themen Normative Konflikte in polarisierenden Gesellschaften

Normative Konflikte und unterschiedliche moralische Überzeugungen sind Wesensmerkmal pluralistischer Gesellschaften. Wenn sich gesellschaftliche Gegensätze jedoch verschärfen, können moralische Meinungsverschiedenheiten von der Logik der Polarisierung beeinflusst werden und umgekehrt dazu beitragen, bestehende Spaltungen zu verstärken. Dieser Trend ist derzeit in vielen Regionen der Welt zu beobachten.

 

Zwei Köpfe mit einem Blitz dazwischen

Das Jellinek-Zentrum untersucht die ethischen Dimensionen moralischer Meinungsverschiedenheiten und öffentlicher Argumentation in pluralistischen Gesellschaften, die von Polarisierung geprägt sind. Unser Ansatz konzentriert sich auf die ethischen Bedingungen der deliberativen Demokratie, anstatt davon auszugehen, dass Meinungsverschiedenheiten von Natur aus negativ sind oder Konsens das ultimative Ziel darstellt. Konkret untersuchen wir institutionelle und kommunikative Arrangements, die respektvolle Meinungsverschiedenheiten, gegenseitige Rechtfertigung, Rechenschaftspflicht und Vertrauen über normative Grenzen hinweg fördern.

Dieser Schwerpunkt eröffnet gemeinsam mit dem transversalen Methodenschwerpunkt des Zentrums neue deliberative und partizipative Forschungsformate – von Dialoglabors und strukturierten Debatten bis hin zu deliberativen Foren und daraus resultierenden politischen Empfehlungen.

Der Begriff „polarisierende Gesellschaften“ spiegelt dabei die Wahrnehmung einer zunehmenden antagonistischen Logik des moralischen und politischen Diskurses in vielen Gesellschaften wider, ohne sich dabei an das umstrittene Konzept der „polarisierten Gesellschaften“ zu halten.

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Ethische Herausforderungen im Umgang mit Spätaborten

Wie können Ärzt*innen bei Spätaborten ethisch fundiert und rechtssicher entscheiden? Wie kann man ethisch reflektiert mit dem moralischen Belastungserleben im interprofessionellen Team umgehen? Das interdisziplinäre Projekt entwickelt erstmals systematische Handlungsempfehlungen für die klinische Entscheidungsfindung und Praxis in Deutschland.

Universalism, Particularism, and Power. The Rise and Fall of ‘Transatlantic Values’

Wissenschaftler:innen der Universitäten Heidelberg und Harvard untersuchen die Bedeutung „transatlantischer Werte“ in der heutigen Zeit. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich die internationale Ordnung auf die Überzeugung, dass bestimmte Grundsätze – in Bezug auf die Menschenrechte und das Recht – für alle Menschen überall gelten. Heute befindet sich dieses Bild in einer tiefen Krise.
Project Leads: Prof. Dr. Mathias Risse (Harvard) & Prof. Dr. Thorsten Moos (Heidelberg)